Jahresabschluss 2025

Angelika Promberger • 13. Februar 2026

Fleiß und Sturheit

Zum Abschluss des (Kalender-) Jahres 2025 konnten die Wettkampf-Schützinnen und -Schützen des BSC bei zwei Gelegenheiten noch einmal mit ihren erstaunlichen sportlichen und persönlichen Fähigkeiten glänzen:

Fleiß und an Sturheit grenzende Beharrlichkeit im Training (trotz stets schwieriger Trainingsbedingungen in der Hallensaison), ein bei aller Individualität starker Teamgeist, solide Schießtechnik und äußerst stabile Nerven zahlten sich am Ende aus und bescherten den BSC-BognerInnen nach einigen Durchhängern sogar noch einen bunten Medaillenregen.


Nach extremer Schlechtleistung am 2. Ligawettkampftag im November, konnte die Mannschaft mit dem (logisch) folgenden Absturz von Platz 3 auf 5 schon einen Hauch von Abstieg erschnuppern und es war klar, dass am 3. Ligatag am 7. Dezember in Feucht, alle verfügbaren Kräfte ihr absolut Bestens geben mussten, um Schlimmeres zu verhindern.

Aber stattdessen fielen am Wettkampftermin aus unserem winzigen Ligapool aus 5 olympisch Recurve- und 2 BlankbogenschützInnen (aktuelle Vollbesetzung), zuerst einmal gleich 3 wegen Urlaub/ krank/ schwanger aus (was ja grundsätzlich mal gut, bzw. zumindest nicht zu ändern ist).

Dazu hatte auch noch Susanne einen ganz schlechten Tag erwischt, konnte überhaupt nicht in den Wettkampf finden und hielt es ab dem 2. Match für besser, den Tag für sich auf der Trainingsscheibe zu nutzen. Die Rest-Mannschaft aus Johannes, Henri und Angelika, nun ohne Wechselmöglichkeit, stürzte sich also nach dem ersten verlorenen Match erst recht mit dem Mut der Verzweiflung ins Getümmel. In den übrigen 6 Matches des Tages durfte wirklich nichts mehr schiefgehen und es mussten mit vollem Einsatz so viele Punkte gesammelt werden wie möglich.

Die Sorge, dass sich der „Erfolgsdruck“ nachteilig auf Nerven und Schießleistung unseres Junior-Goldjägers Henri auswirken könnte, wurde nicht kleiner, als im vorletzten Match noch Henris (blöde Hoyt-Klebe-) Pfeilauflage auseinanderflog und während der Pfeile 5 +6 der laufenden Passe von Johannes blitzrepariert werden musste (Zeitfenster: 38 Sekunden + Auswertungszeit!...). Aber Henris legendäres Nervenkostüms konnte alles unglaublich souverän wegstecken und auch Johannes hat nach der kleinen „Störung“ weiter super getroffen.

Am Ende wurden 5 der insgesamt 7 Tages-Matches gewonnen werden, was die BSC-Mannschaft wieder um 1 Tabellenplatz nach oben, auf den zwar biederen, aber sicheren 4. brachte. Dabei erreichte der Mini-Ligakaders des BSC mit seinen 3 letzten einsatzbereiten Schützen (zusammen immerhin 110 Jahre alt!) teilweise sogar sehr respektable, Oberliga-fähige Ergebnisse von 211 bzw. 213 Ringen.

Geht doch scheinbar, sobald das Wasser bis zum Hals steht. Nicht nur Wut, auch Not schießt manchmal gut... 😉

Vor allem aber wurde an diesem legendären Ligatag wieder einmal bewiesen, dass durch echten Mannschaftsgeist und überzeugende Teamarbeit selbst krasse Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden können.


Solchermaßen im Selbstbewusstsein gestärkt, machte sich ein BSC-Quartett gleich am darauffolgenden Sonntag, 14. Dezember nach Herrieden auf, um dort die Bezirksmeisterschaft in der Halle lustig aufzumischen.

Die sportliche Ausgangslage war allerdings auch hier zunächst nicht rosig: Matthias fiel leider krank aus, die immer noch mit ihren Leistungen hadernde Susanne erhielt im letzten Training noch schnell eine technische und mentale Aufbauspritze nach BSC-Art und Angelika hatte ihr krankheitsbedingtes Formtief wie üblich einfach wegignoriert. 

Trotzdem standen am Ende bei der Siegerehrung dann doch alle 4 BSCler auf den Siegerpodesten ihrer Altersklassen: Susanne (Blankbogen Masterin) Gold, Andrea (Blankbogen Damen) Silber, Angelika (olymp. Recurve Masterin) Silber, und Henri (olymp. Recurve Jugend) Bronze.

Andrea wollte sich Stolz und Freude über die Silbermedaille unbedingt selbst vermiesen, weil sie „nur 1 Konkurrentin“ hatte. Aber dafür konnte sie ja schließlich nichts. Als Wettkampfunerfahrenste in unserem Bezirksmeisterschaftsteam schoss sie vielmehr ein sehr gleichmäßiges, grundsolides Ergebnis und der Abstand zur Erstplatzierten war nicht zu groß – von ehrlos keine Rede!

Susanne hätte sich natürlich ein besseres Ringergebnis gewünscht, konnte aber vom Jubelkomitee überzeugt werden, dass erstens Gold immer noch Gold ist, während die Ringzahl am nächsten Tag keiner mehr erinnert und dass zweitens wegen ihres Leistungstiefs noch am Vortag gar nicht sicher war, ob sie sich im Wettbewerb überhaupt würde behaupten können. Sie zeigte aber letztlich gute Nerven und hat alle Körner auf den Punkt zusammengekratzt. Glückwunsch zur verdienten Goldmedaille!

Unser junger Padawan Henri holte sich, trotz allgemein bekanntem vorweihnachtlichem Schulstress, mit seinem bisherigen persönlichen Bestergebnis von 488 Ringen, Bronze gegen zwei Buchenbühler Kampfmaschinen und setzte dabei auch noch seinen ewigen Gau-Konkurrenten eindrucksvoll um fast 100 Ringe auf Abstand. Umso mehr schade, dass er noch zittern muss, ob sein Ergebnis im Februar auf der Olympia-Schießanlage des BSSB in Garching- Hochbrück ausreicht.

Angelika holte letztlich mit 540 Ringen Silber und qualifizierte sich sicher für die Bayrische Meisterschaft, obwohl sie während des gesamten Wettkampfs ein unglaubliches Ausmaß an Unfug angestellt hatte:

Nach einem letzten radikalen Krisentraining wegen lausiger Trainingsform mit dem eisernen Vorsatz angetreten, unter allen Umständen die Nerven zu behalten, wurde gleich zu Beginn das Visier-Ringkorn unachtsam falsch montiert und in der Folge beim Einschießen 10 von 12 Pfeile NEBEN die Scheibe gesemmelt (auf 18 m)! Da waren die Nerven erstmal ganz und gar durch und Aufgeben lag nahe. Beim vorletzten Einschießpfeil (Fünf vor Zwölf!) den Fehler aber gerade noch bemerkt, ordentlich zusammengerissen und dann mit einer 30er Passe in die Wertung gestartet. Die Konkurrentinnen hatte der Auftritt anscheinend so verwirrt, dass sie in ihren Leistungen recht schnell zurückfielen, so dass es am Ende nur noch um das Duell mit Sandra Wittmann aus Colmberg ging. Zunächst aber fehlten beim Zwischenergebnis mal eben noch 10 Ringe auf dem Schusszettel (Schreiberin: Angelika ...), doch der Rechenfehler konnte zum Glück auch rechtzeitig korrigiert werden.

Nur ein kurzer Konzentrationsabriss im 2. Durchgang bescherte ein M - und der 1.Platz war weg! Krass verschenkt, denn bei insgesamt sehr stabiler Leistung auf hohem Niveau, hätte es stattdessen nur eine 7! gebraucht für den Sieg - punktgleich aber mit mehr 10ern. Hätte, hätte, Fahrradkette ... Was für ein Chaos! 

Trotzdem ein würdiges Ergebnis auf DM-Niveau und 6.bestes Ergebnis im gesamten Teilnehmerfeld, gegen bis zu 45 Jahre jüngere Schützinnen und Schützen (außer compound). Am nächsten Tag dann geplanten Krankenhaus-Aufenthalt angetreten...

Insgesamt wurde auch zum Ende des Jahres 2025 wieder einmal verblüffend deutlich, dass (nicht nur dieses Jahr!) 100% der teilnehmenden BSC-Mitglieder bei Wettkämpfen Podestplätze erringen bzw. sich in den vorderen Bereichen der Ergebnislisten platzieren können. Und das, obwohl der BSC Schnaittach, verglichen mit der Konkurrenz, ein SEHR kleiner „Land-Vereins“ ist, mit entsprechend knapper Wo-/manpower und schwierigen Trainingsbedingungen. Wegen der (auch dieses Jahr wieder) knappen Nutzungszeiten in der Schnaittacher Schulturnhalle und zum Teil hoher persönlicher Arbeits-, Familien- oder Schulbelastung, ist es für jede/n Einzelne/n eine ständige Herausforderung, ausreichend Zeit für ein Training zu finden, wie es erfolgreiche Teilnahmen an überregionalen Wettbewerben eigentlich voraussetzen.

Doch das ist eine ganz besondere Qualität der Schnaittacher Bogenschützinnen und -schützen: jeder kennt Leistungsschwankungen, weil die Kondition vernachlässig wurde, man sich im Training irgendwie verzettelt hat oder es gar nicht genug Trainingsmöglichkeiten gab, aber wenns drauf ankommt, schaffen es die Schnaittacher Schützen immer wieder, auf den Punkt abzuliefern!

Ein Phänomen über das die Wohlgesonnenen staunen, während diese chaotische Unberechenbarkeit vielen Konkurrenten schon oft unerwartete Nervenkrisen und Enttäuschungen bereitet hat ...


01.02.2026/ Angelika Promberger


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