

Der Recurve ist der wohl bekannteste Sportbogen, mit dem auch die olympischen Schützen ihrem Sport nachgehen. Er erhält seinen Namen von den vom Schützen weg geschwungenen Wurfarmen. Dieser Bogentyp ist ziemlich alt und wurde schon vor etwa 3200 Jahren verwendet, wie ägyptische Funde belegen.
Der moderne Recurvebogen ist im Vergleich zu seinen hölzernen Vorfahren ein Hightech-Gerät. Nur noch ein Teil des Bogens besteht aus Holz, es dominieren inzwischen moderne Werkstoffe.
An ein meist aus Aluminium oder diversen Legierungen bestehendes Mittelteil werden die Wurfarme aus Holz und Carbon angesteckt. Auch keramische Werkstoffe haben mittlerweile Einzug gehalten.
Am Mittelteil angebrachte Stabilisatoren gleichen die beim Abschuss des Pfeils entstehenden Kräfte auf. Gezielt wird über ein fein einstellbares Visier.
Als Blankbögen werden alle Bögen bezeichnet, die keine Stabilisatoren, kein Visier und teilweise auch keine Pfeilauflage haben. Im allgemeinen sind diese Bögen aus einem Stück Holz gefertigt bzw. durchgehend laminiert. Es finden aber auch “abgespeckte“ Recurves ohne Visier Verwendung. Gezielt wird hierbei über die Spitze des Pfeils. Mit der Präzission eines Recurvebogens kann es ein Blankbogen natürlich nicht aufnehmen, dennoch erfreut sich diese traditionellere Art des Bogenschiessens in letzter Zeit wieder grosser Beliebtheit.
Der Langbogen ist die klassische Bogenform und findet seit der Steinzeit Verwendung. Ein Langbogen ist in etwa so lang wie der Schütze und besteht aus einem runden bzw. ovalen Schaft, der sich zu den Enden hin verjüngt. Langbögen wurden meist aus Ulmen-, Eschen- oder Eibenholz gefertigt. Heute wird zur Produktion oft auf exotische Hölzer mit noch besseren Eigenschaften zurückgegriffen.
Der wohl bekannteste Vertreter dieser Gattung ist der englische Longbow, der den meisten Menschen aus diversen Verfilmungen der Legende von Robin Hood bekannt sein dürfte.
Der klassische Longbow besitzt keinerlei Hilfsmittel zum Zielen. Auch eine Pfeilauflage ist nicht vorhanden. Gezielt wird auch hier über die Spitze des Pfeiles.

Der Compoundbogen ist ein Bogen, der mit einer Art Flaschenzug arbeitet. Er verfügt über Rollen am oberen und unteren Wurfarm, über die die Sehnen laufen.
Diese Technik wurde Ende der sechziger Jahre in Amerika von Holless Wilbur Allen für die Bogenjagd entwickelt. Der hervorstechendste Vorteil
des Compoundbogens besteht in einem um etwa 50% reduzierten Kraftaufwand für den Schützen, was längeres und ruhigeres Zielen ermöglicht.
Die Sehne wird nicht mehr mit den Fingern gespannt, sondern mit einem kleinen Werkzeug, das ähnlich wie ein Gewehrabzug funktioniert und somit Fehler beim
Abschuss des Pfeils weiter minimiert. Gezielt wird wie beim Recurvebogen mittels eines Visiers, das beim Compound auch eine Vergrösserungsoptik enthalten kann.
Der Compound kann somit wohl als die modernste Form des Bogens bezeichnet werden und ist inzwischen auch als reines Sportgerät etabliert.

Der Reiterbogen (wegen seiner Bauweise auch als Kompositbogen bekannt) hat seinen Ursprung in der Jungsteinzeit und stammt aus den Steppen Zentralasiens. Er ähnelt dem Recurvebogen und ist relativ kurz, um ihn gut vom Pferd aus einsetzen zu können.
Für diese Art Bogen wurden bereits damals Kombinationen aus mehreren Materialien verwendet, um die Spannkraft und Stabilität zu erhöhen. Neben verschiedenen Hölzern nutzen die antiken Bogenbauer auch Teile aus Horn, Leder, Tiersehnen und Pflanzenfasern die mit Hautleim verklebt wurden.
Ein echter Exot, sowohl im Hinblick auf die Verwendungshäufigkeit als auch wegen seiner Herkunft. Der Kyudo-Bogen stammt aus Japan und ist im Vergleich zu den in Europa bekannten Vertretern des Bogens stark asymmetrisch. Der untere Wurfarm des Bogens ist kürzer als der obere Wurfarm.
