

Durch Funde von Pfeilspitzen in Steinspalttechnik lässt sich die Nutzung des Bogens bereits im Paläolithikum (Altsteinzeit) nachweisen. Regional etwas unterschiedlich begann diese Epoche etwa zwischen 35000 - 45000 Jahre v.Ch. Aus dieser Epoche stammen auch die ersten Felszeichnungen, welche den Bogen im Einsatz als Jagdwaffe zeigen.
Auch wenn es aus dieser Zeit keinen Beleg für eine sportliche Verwendung des Bogens gibt, ist es durchaus anzunehmen, dass steinzeitliche Jäger ihre Fertigkeit im Bogenschießen im kleinen Kreis übten, um bei der Jagd erfolgreicher zu sein. Da gute Jäger eine höhere Stellung in den Familenclans dieser Epoche einnahmen, wäre es vorstellbar, dass die Übungen einen gewissen Wettkampfcharakter hatten.
Nachweisbar wird in höfischen Aufzeichnungen aus China ab etwa 1000 v.Ch. von Turnieren im Bogenschießen berichtet. Ein wahrhaft archaischer Sport.

Neben Jagd und gesellschaftlicher Zerstreuung etablierte sich der Bogen aber vor allem als Kriegswaffe. Babylonier und Ägypter setzten teilweise ganze Heeresverbände aus Bogenschützen ein. Reitervölker wie Skythen und Mongolen verbanden den Bogen als Fernwaffe mit der Geschwindigkeit ihrer Pferde zu einer für ihre Gegner unwiderstehlichen Militärtaktik.
Seine Blütezeit als Kriegswaffe erlebte der Bogen im ausgehenden Mittelalter. Zur Zeit des 100jährigen Krieges zwischen England und Frankreich gelang es den Engländern in mehreren großen Schlachten (Crecy, Agincourt und Poitiers) die zahlenmäßig weit überlegenen Franzosen zu besiegen. Ausschlaggebend für diese Erfolge waren
die größere Reichweite und die höhere Schussfrequenz der englischen Langbögen.
Den Stellenwert des Bogenschießens zu jener Zeit belegen königliche Erlasse, die beispielsweise zwischen 1330 und 1414 jede andere Sportart in England verboten. Ein Dekret von 1363 verlangte sogar ausdrücklich von allen Bürgern, sich an Sonntagen und sonstiger freier Zeit im Schießen zu üben.

Im "Bogenland" England entstanden im 16. Jahrhundert erste mit unserer heutigen Zeit vergleichbare Strukturen. 1537 wurde dort mit Hilfe von Heinrich dem VIII. die Fraternity of St. George (eine Art Bogenclub) offiziell gegründet. Bereits seit 1509 wurde diese Gruppe von Bogenschützen von Heinrich durch jährliche Zahlungen unterstützt.
Das erste offiziell erwähnte Turnier fand im Jahre 1583 in Finsbury statt. An die 3000 Schützen sollen sich damals daran beteiligt haben. Mit Sicherheit ein phantastischer Anblick. Im Jahre 1594 erschien mit dem "Ayme for Finsbvrie Archers" das erste Buch über die Aktivitäten der Bogenschützen rund um London inclusive Regeln und Angaben für die unterschiedlichen Distanzen.

Die moderne Geschichte des Bogensports begann mit Ländervergleichen zwischen England und Frankreich um die Jahrhundertwende.
Im Jahre 1900 war Bogenschießen erstmals Olympische Disziplin. Nach 1920 aus dem Programm genommen, wurde es erst 1972 in München wieder eingeführt.
International wird der Bogensport durch die FITA (Fédération Internationale de Tir à l'Arc; gegründet 1931) betreut. Für Deutschland übernimmt dies der Deutsche Schützenbund (DSB).
